Der Qualitätsunterschied zwischen der Schulbildung in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh und auf dem Land könnte nicht größer sein. Während Kinder in Phnom Penh oft von qualifizierten Lehrkräften mit fundiertem akademischen Können und guten Englischkenntnissen unterrichtet werden, haben Schüler:innen in ländlichen Provinzen selten Zugang zu dieser Wissensvermittlung.
In vielen ländlichen Schulen sind die Klassenzimmer massiv überfüllt, sodass es den Lehrer:innen schwerfällt, jedem Kind die nötige Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen, die es gerade in so jungen Jahren bräuchte. Da die Sprache Khmer das größte Alphabet der Welt besitzt, brauchen Kinder jahrelange Übung, um Lesen und Schreiben zu lernen. Zusätzlich müssen sie sich im Englischunterricht auch unser lateinisches Alphabet aneignen.
Leider haben viele Kinder ohne die entsprechende Unterstützung durch die Lehrkräfte Schwierigkeiten, mit dem großen Lernstoff mitzuhalten. Viele fühlen sich entmutigt und von der scheinbar endlosen Menge an Lernmaterial überfordert.
Aus diesem Grund sind Nachhilfe und Förderunterricht für Kinder in ländlichen Gebieten oft unerlässlich. Kleinere Lerngruppen ermöglichen es den Schüler:innen, den Unterrichtsstoff zu wiederholen, ihre Fähigkeiten zu üben, und mehr Fragen zu stellen. Diese zusätzlichen Kurse stellen jedoch eine weitere finanzielle Belastung für die überwiegend von Armut betroffenen ländlichen Gemeinden in Kambodscha dar und führen dazu, dass motivierte und begabte Kinder im Gegensatz zu anderen Gleichaltrigen erneut einen großen Nachteil haben.
So ist es auch bei Dchieng. Der zwölfjährige Junge wächst mit seiner alleinerziehenden Mutter Aem und seiner Tante Onn in einem Dorf in Kampot auf. Beide Damen arbeiten als Näherinnen, und während ihr Einkommen generell für alltägliche Ausgaben und die Deckung ihrer Grundbedürfnisse ausreicht, bleibt kein Geld für zusätzliche Ausgaben wie Nachhilfe, Englischstunden oder Schulmaterialien übrig.
Hier setzte sich Thomlang – Cambodian Youth Support ein, um sicherzustellen, dass Dchiengs Ehrgeiz nicht aufgrund seiner familiären Situation gebremst wird. Seit anderthalb Jahren übernimmt unsere NGO die Kosten für seine Nachhilfe, den Englischunterricht und seine Schulmaterialien.
Indem wir diese finanzielle Belastung verringern, ermöglichen wir Dchieng, sich voll und ganz auf seine Bildung zu konzentrieren und seine schulische Laufbahn selbstbewusst fortzusetzen. Vor allem aber helfen wir ihm, seine Träume nicht durch Umstände negativ beeinflussen zu lassen, die nicht in seiner Hand liegen.
